Argumente aus der Hufnerstrasse

In Diskussionen kommen regelmäßig Totschlag-Argumente wie „wir sind so reich“, „moralische Pflicht“ oder eben „du bist ein Nazi“, was jede Diskussion eskalieren lässt. Es braucht also gute Gegenargumente, die sich möglichst am einfachen Denkniveau der Gesprächspartner orientieren. Somit gibt es heute etwas mehr zu lesen, aber es geht ja auch um etwas, da könnt ihr Facebook mal paar Minuten ruhen lassen.

Ein Freund, junger Familienvater und stolzer Eigenheimbesitzer im Speckgürtel, also typischer Schuldsklave unseres Systems, hatte die Diskussion mit der Familie. Obwohl selbst ein überzeugter guter Mensch, kommen ihm ob seiner Verantwortung langsam Bedenken – ein Ergebnis meiner ständigen Hetze Aufklärung. Er entzog sich der Diskussion, indem er seine Sorge um Mutter und Kind (er ist ein Büchsenmacher) in den Vordergrund schob – da endlich kam die direkte Nächstenliebe in der angeheirateten Sippe zum Vorschein und er durfte das Thema wechseln: Sport oder ’ne aktuelle Fernseh-Serie, beides wichtig.

Wie gehen wir idealerweise mit einer solchen Situation um? Indem wir den publizierten Schwachsinn der Tagespresse demaskieren und um ein paar alternativen Sichtweisen ergänzen.

renteSchäuble hat gerade verkündet, dass das Renteneinstiegsalter erhöht werden soll und wir Bürger uns auf eine Kostenexplosion in der Krankenversicherung einrichten sollen. Hat natürlich alles nix mit nix zu tun, allerdings haben das die Nazis Spatzen schon lange von den Dächern geschrien (hier und hier).

Also fragen wir doch die guten Menschen, warum wir denn länger arbeiten sollen, obwohl wir doch gerade kräftige junge Männer in doppelter Millionenstärke pro Jahr ins Land holen (Achtung, Hetze: Die absehbare Entwicklung für 2016 unterstelle ich). Und von der Kraft der Facharbeiter können wir uns doch in vielen Tischbein-Schlägereien und regelmäßigen Tumulten in den Aufnahmeeinrichtungen überzeugen. Ihre Fortpflanzungskraft stellen sie selbst in kalten Dezembernächten unter Beweis, die islamischen Länder haben nicht ohne Grund ihre Einwohnerschaft im 20. Jahrhundert von 150 auf über 1.200 Millionen Menschen verachtfacht! Also nochmal: So viele potente junge Menschen, warum müssen wir länger arbeiten?

boeoemwehNun, das ist ganz einfach, es sind alles Kostgänger. 85% der angeblichen Facharbeiter und Akademiker sind laut unseres obersten Arbeitsdirektors für unsere hochentwickelte Arbeitswelt schlichtweg nicht zu gebrauchen, Bouffier hat sogar schon einen IQ-Test ins Spiel gebracht. Wenn die schon so hohe Zahlen zugeben, läßt das Schlimmes erahnen…

Im wahren Leben ersetzen wir mit der Digitalisierung gerade den einfachen Mitarbeiter und Verkäufer durch digitale Prozesse, weil der Kostendruck in den Unternehmen so hoch ist. Kosten in unserer Arbeitswelt meint hauptsächlich Menschen, wir rationalisieren gerade ausgebildete Menschen weg. Die neuen geschenkten Menschen hingegen sprechen nicht mal unsere Sprache, höchstens ein lautes „Fick disch du Hurensohn“ wie heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit in der S-Bahn, als jemand den Erhabenen anrempelte. Und der Fleiß ist bei den Anhängern der primitiven Sekte aus dem Neandertal auch nicht sehr stark ausgeprägt, also werden auch in diesem Jahr der Spargel und die Erdbeeren von den Polen geerntet, während wir wie jedes Jahr in der Zeitung über deren Preise diskutieren.

jda6q3vuWenn also unser junger Freund mit den Arbeitnehmern seiner Familie aus der bürgerlichen Mitte diskutiert, sollte er diese Leute auf folgende ökonomische Tatsache hinweisen: Löhne und Vermögen der unteren und mittleren Einkommensschichten wachsen seit über 20 Jahren deutlich geringer als die Wirtschaft insgesamt, während die Reichen reicher werden. Die schrittweise Absenkung des durchschnittlichen Renteniveaus auf 45 Prozent des Erwerbseinkommens produziert nachweislich Altersarmut. Als Antwort auf diese Entwicklung wird seit Jahren mit dem Ausbau der privaten Vorsorge geantwortet. Das ist zynisch und erinnert an den Ausspruch „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen“ von  Jean-Jacques Rousseau.

Die hohe Abgabenbelastung beschränkt sich auf die unteren und mittleren Einkommen. Die Sozialleistungen werden überwiegend von ihnen finanziert, das Solidaritätsprinzip gilt nicht für Besserverdienende. Das fast 900 Mrd. Euro umfassende Sozialbudget wird zu zwei Dritteln von den Sozialversicherungen und zu einem Drittel von staatlichen Zuschüssen getragen, die ebenfalls von der breiten Masse über Einkommens- und Verbrauchssteuern aufgebracht werden:

  • Die, die euch die Migration schön reden, zahlen nicht dafür und leben in den besseren Vierteln.
  • Die, die über eure Rente bestimmen, zahlen nicht ein und müssen nicht von ihr leben.
  • Nur die dümmsten Kälber wählen ihren eigenen Henker.

Wer unterdurchschnittliches Humankapital ins Land holt, kann auf Dauer nicht überdurchschnittlich erfolgreich sein. Wir werden also in Zukunft Probleme haben, deutsche Qualitätsarbeit wie abgasarme Volkswagen, Elbphilharmonien und BER-Flughäfen abzuliefern oder Straßen, Brücken und Infrastruktur perfekt in Schuss zu halten. Dafür sind wir dann ziemlich gut im Sozialwesen und können Willkommensklatschen, hat ja auch was für sich, macht aber nicht satt.

Expertentipp: Wer in der Diskussion davon spricht, dass wir „länger arbeiten“ müssen, ist der Qualitätspresse voll auf den Leim gegangen. Niemand arbeitet wegen des Endalters in der Rentenformel auch nur einen Tag länger, das ist auch gar nicht gewünscht – das Ziel ist die Wirkung einer Rentenkürzung durch Abschläge. Der Arbeitsmarkt ist hartherzig wie der Straßenstrich: Jung, billig und ordentlich erfahren muss sie sein, die Arbeitskraft (ui ui, schon wieder hart am fuckifucki vorbeigesegelt). Warum hat die Politik erst kürzlich die Rente mit 63 eingeführt? Das war ein Wahlgeschenk, denn wer mit 55 arbeitslos ist, ist raus aus dem Spiel. ALG I für 18 Monate, danach Verbrauch sämtlicher Ersparnisse, dann ab in Hartz IV und anschließend in die Armutsrente– also auf das Niveau der neuen Menschen, die hier nie eingezahlt haben. Ähhh, kann da mal einer etwas gegen sagen? Die AfD vielleicht? Nein, die müssen sich ja gerade selbst in die Knie schießen und unwählbar machen.

12645227_951248921618364_4703284474998408508_nUnd was die Krankenversicherung angeht: Angehörige von gesetzlich Versicherten können in Istanbul oder sonst wo mit der deutschen Versicherungskarte zum Arzt gehen, ohne jemals selbst in Deutschland gewesen zu sein oder gar Beiträge gezahlt zu haben. Muss man da noch groß erklären, dass so ein dekadentes System ein Kostenproblem bekommt? Und welche gestresste Arzthelferin kann den Neger mit dem unaussprechlichen Namen auf der Versichertenkarte vom anderen unterscheiden, da kann doch auch der Cousin mal…? Könnte sich nach dem Pflegeskandal um den nächsten „Milliardenskandal durch Abrechnungsbetrug“ handeln, aber wie man hört, wussten die Politiker schon seit Jahren von der Abrechnungsmafia.

 

Ich möchte mit der Königin von England schließen. Sie fragte 2008 bei einem Besuch der London School of Economics, weshalb man den Crash der Finanzmärkte nicht vorhergesehen habe. Antwort der Gelehrten: „Zu jedem Zeitpunkt verließ sich irgendjemand auf irgendjemand anderen, und alle dachten, sie würden das Richtige tun.“

So, das war viel Text. Ich ende mit einem fröhlichen 88, dann können Marthe und Sigrid mich wieder anzeigen, denn verstehen können und wollen sie diesen langweiligen Krams nicht, sie wollten einfach nur gut sein.

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