Das Schlitzohr aus der Hufnerstrasse

Update zu diesem Artikel vom 27.2.: Das Hamburger Abendblatt (lokale Kopie des Artikels) berichtet und hat offensichtlich von frustrierten Mitarbeitern von Eugen Block gehört, was Sache ist…


 

Einen interessanten Hinweis gab es gestern in den Kommentaren, vielen Dank dafür. Eugen Block fährt nächste Woche die erste große Ernte ein.

Hufnerstrasse ab 2018 – ohne Flüchtlinge und bisherige Anwohner

Während im Hinterhof die Bauarbeiten zur weiteren ungeordneten Flutung mit Armutsflüchtlingen beginnen, fährt Eugen bereits die Ernte ein. Nein, damit sind nicht die täglichen 35 Euro pro Flüchtling gemeint, das sind Peanuts.

In einem „beschleunigten Verfahren“ quasi im Vorbeigehen wird nächste Woche die rechtliche Grundlage für Eugen Blocks Immobiliengewinne von morgen gelegt. Der Mann weiß eben, wie man mit der Stadt verhandelt und Druck macht, schließlich will er die Gewinne noch zu Lebzeiten zählen und mit warmer Hand weitergeben. Und die für Gewinne erforderliche Staatsknete liegt in diesen Tagen ja praktisch auf der Straße, ein großer Batzen davon in der Hufnerstrasse.

prop1Das Prinzip „Man kennt sich – man hilft sich“ funktioniert nur, wenn die Grundregel beachtet wird: Ein Klüngel-Geschäft muss legal konstruiert und vom Schatten der Korruption befreit sein. Klüngel ist demnach das Erledigen öffentlicher Interessen auf privatem Wege, Korruption hingegen das Erlangen privater Interessen auf öffentlichem Wege. Durch diese chemische Abspaltung von kriminellem Handeln kann der Klüngler seine Geschäfte als Dienst am Gemeinwohl präsentieren und diesen Ruf stärken, indem er wie ein Wohltäter handelt und sowohl dem kleinen Mann als auch der Stadt gerne seine Unterstützung zukommen lässt.

Die Show-Veranstaltung des Bebauungsplanverfahrens ist übrigens öffentlich und findet am Donnerstag, den 25. Februar 2016 um 19:00 Uhr statt.

Wir erinnern uns: Das ursprüngliche Bauvorhaben von Luxuswohnungen ist 2014 am Widerstand der Anwohner gescheitert, zu mächtig und zu hoch waren die geplanten Gebäude. Auch sollte Eugen den sozialen Wohnungsbau berücksichtigen, er hat in der Vergangenheit wohl mal die Hilfe der Stadt Hamburg in Anspruch genommen. Nach der Invasion der Armutsflüchtlinge sind die Karten von Eugens Block+Technik neu gemischt geworden, die Stadt Hamburg war plötzlich sehr zugänglich und offen für Vorschläge… In diesem PDF findet sich die Beschreibung der schönen neuen Luxuswelt, ganz ohne Flüchtlinge und Altlasten-Anwohner.

Eugen Block stellt sich gerne als wohltätiger Christ dar. Nie zuvor haben mich Religionen und deren Anhänger derartig angekotzt wie in diesen Tagen. Aber was für ein schönes Bild die Öffentlichkeit doch von ihm hat, dem erfolgreichen und gläubigen Geschäftsmann, der auch noch gerne für Arme und Bedürfige gibt. Nicht nur einen Job als Bürgerbrater oder Tellerwäscher, nein, sogar noch als Vermieter von Flüchtlingsunterkünften ein Obdach. Weil er Gutes tun will.

Dann nennt man Leute sozial schwach. Die sind doch nicht sozial schwach, die sind ökonomisch schwach. Meiner Erfahrung nach sind oft die ökonomisch Starken sozial schwach. Hagen Rether

Gutes tut er nur für sich und seine Familie, für die Gesellschaft entsteht durch den Irrsinn dieser Tage unendlicher Wohlstandsverlust. Nicht jedoch für Eugen als Immobilienbesitzer, denn wenn das beschriebene Bauvorhaben von der Stadt Hamburg durchgesetzt ist, dann klingelt bereits ab 2018 durch erhebliche Wertsteigerung der Immobilie die Kasse. Auf der anderen Seite der Brücke kann man sich jeder die Klötze ansehen, die ab 2018 auch hier stehen werden.

Ach, egal. Man muss das positiv sehen: Wir Anwohner der Hufnerstrasse haben im Gegensatz zu anderen Anwohnern von Flüchtlingsunterkünften damit die Gewissheit, dass die Kulturbereicherer Anfang 2018 wieder verschwunden sein werden (wohin auch immer). Unschöner Nebeneffekt: Zeitgleich werden auch unsere Mietverträge gekündigt. Zu dem Zeitpunkt dürften die Mieten in Hamburg für vergleichbaren Wohnraum durch die Invasion von Primitiven nicht unerheblich gestiegen sein. Aber immer noch besser als die armen Eigentümer der Neubauten im Hinterhof. Erst jahrelang von Flüchtlingen umgeben, danach folgt eine Großbaustelle und schließlich ist man komplett von Großgebäuden umgeben.

Die Zeiten ändern sich. Die Spielregeln bleiben stets die gleichen.

 

erikatrauer


 

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11 Gedanken zu “Das Schlitzohr aus der Hufnerstrasse

  1. „Das ursprüngliche Bauvorhaben von Luxuswohnungen ist 2014 am Widerstand der Anwohner gescheitert …“

    Vielleicht kann der Widerstand der Anwohner solches nochmal bewirken? Voraussetzung wäre jedoch zunächst, dass möglichst viele Anwohner in dem Termin am Donnerstag vor Ort sind, sich informieren und dann sehen, was geht und was nicht geht, wo Ansatzpunkte für eine Bürgerinitiative sind etc. Also: alle hingehen!

    Donnerstag, 25. Februar 2016 um 19:00 Uhr
    im Großen Sitzungsaal, Robert-Koch-Straße 17, 20249 Hamburg

    Was ich mich frage: Wo bleiben denn dann die Menschen, die jetzt das alte Firmengebäude bewohnen und demnächst noch in die neu errichteten Container ziehen?

    Und: Warum meinen Sie, die alten Mietverträge würden gekündigt?

    Ja, diese Mentalität, immer noch mehr Geld zu scheffeln, immer noch höhere Gewinne zu erzielen, obwohl man in Geld eigentlich schwimmt, so viel Kohle hat, dass man sie in Lebzeiten doch kaum ausgeben kann, die ist ekelhaft. Zwei Geschosse weniger und weniger drumrum reichen doch auch. Vielleicht mag Herr Block nochmal in sich gehen.

    John Maynard Keynes (1883-1946), britischer Nationalökonom, sagte:

    „Der Tag ist nicht weit, an dem das ökonomische Problem in die hinteren Ränge verbannt werden wird, dorthin, wohin es gehört. Dann werden Herz und Kopf sich wieder mit unseren wirklichen Problemen befassen können – den Fragen nach dem Leben und den menschlichen Beziehungen, nach der Schöpfung, nach unserem Verhalten und nach der Religion.“ Eigentlich sollte das so sein, offensichtlich ist es nicht so …

    Von ihm stammt auch, hier mal ohne Kontext: „In the long run, we are all dead.“ Und dann sind wir eh alle gleich, egal, wie viel Geld jemand wie angesammelt hat.

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    1. Warum ich glaube, dass man uns kündigen wird? Na, gucken Sie mal die Pläne an, da steht nichts von einer Sanierung, das ist ein komplettes Neubauvorhaben. Und um Wolfgangs Frage gleich mitzubeantworten: Der Vermieter kann kündigen, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses hat. Und das liegt vor, wenn er an einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertung des Grundstücks gehindert und dadurch erhebliche Nachteile erleiden würde. Steht im BGB und wurde vom BGH mehrfach bestätigt. Die Gebäude hier sind alt, nach der Änderung des Bebauungsplanes sind hier höherpreisige Immobilien gefragt, steht so im Konzept. Die Mieteinnahmen steigen von 8,50 Euro auf 14 Euro pro qm. Und die vermietbare Fläche wird verdreifacht 🙂

      Anwaltliche Erstberatung? Natürlich werde ich die investieren, mit Containern auf dem Hof wird eine Mietminderung möglich sein: Lärmbelästigung, Unmöglichkeit der Gartennutzung. Der Anwalt freut sich über sein Honorar, ich freue mich über 2,5% Mietsenkung und kann damit Geld für den Umzug ansparen. Eugen ist das mehr als egal.

      Stichwort egal: Guckt euch bitte mal um. Was hier gerade so läuft in dieser Stadt, in diesem Land. Und da glaubt ihr wirklich, es würde die Moderatoren der Versammlung kümmern, wenn dort Bürger tatsächlich aufschlagen? Das Ding ist doch bereits durch, beschlossen und Bestandteil einer Vereinbarung. Die ziehen jetzt nur noch ihre Demokratieshow ab. Mit massivem Aufwand kann man sie vielleicht noch ein wenig ärgern, aber ganz sicher nicht aufhalten. Nennt mich einen Pessimisten, aber ich kann mich nur wiederholen: Guckt raus und seht, was eure demokratischen Rechte in diesen Tagen noch wert sind.

      Eugen Block geht es nicht um das Geld, jedenfalls nicht um die Kaufkraft des Geldes. Es geht ums Gewinnen, er liebt den Sieg und ist süchtig nach Macht. Wie die Politiker, jeder hat sein eigenes kleines Reich. „Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“ Erich Kästner.

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  2. Hallo Anwohner51,

    hast Du erst dieser Tage davon erfahren und wissen das Deine Nachbarn schon?

    Extrem ätzige Sache. Man kann sich aber wehren. Die hundert Euro für ne anwaltliche Erstberatung sind wahrscheinlich gut investiert.

    Viele Grüße

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    1. Und ergänzend zu meiner Antwort noch dieser Hinweis: Ich habe Tränen gelacht, köstlich! Das kann man gar nicht erfinden, das muss man lesen: Dieses PDF (LINK), das ist die Eingabe einer Bürgerin – LETZTER SATZ. Ich würde gerne hören, was die Bürgerin heute, also ein Jahr später, dazu sagt. Oder ob sie sich Papier und Porto gespart hätte 🙂

      Lachend gehen wir damit in die neue Woche, unsere 75% Steuern und Abgaben für diesen Staat erwirtschaften.

      https://hufnerstrasse.files.wordpress.com/2016/02/eingabehufnerstrasse.pdf

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      1. Hallo Anwohner51,

        ja. Ich teile Deinen Pessimismus und Deine Verbitterung. Das sieht wirklich ziemlich hoffnungslos aus.

        Mistdreck!

        Das heißt, dass Du und Deine Nachbarn nun dem enorm angespannten Mietwohnungsmarkt anheim fallen werden. Da bist Du als ungecoachter Einzelkämpfer ziemlich chancenlos.

        Die Vermieter sind ganz begeistert von den dunkelhäutigen Großfamilien. Die Miete (immer obere Grenze der Mietspiegelpreisspannen) kommt vom Staat und die Mieter stellen keine Ansprüche. Und sie vertreiben die dort noch lebenden einhemischen Mieter mit ihren „Lebensgewohnheiten“, so dass danach weiterer Wohnraum lukrativ an Großfamilien vermietet werden kann.

        Nicht nur Block scheffelt in diesen Zeiten Knete durch Flüchtlinge.

        Tja… dann mal „Gute Nacht“ und

        viele Grüße

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    2. Moin,

      hab eben die Plakate an Eurer Kreuzung gesehen…..

      Hinterhof noch unspektakulär. Absperrband und ein Container vmtl. für Baupersonal.

      Haltet die Ohren steif!

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  3. Der Link funktioniert (bei mir) nicht.

    Ein Freund sagte mal: Man gebe den Reichen eine Kreditkarte, mit der sie sich bis an ihr Lebensende kaufen können, was immer sie wollen. Aber: Sie dürfen nicht mehr spekulieren.

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  4. Abendblatt titelt gerade

    „Steakhaus-Chef Eugen Block verärgert mit Bauplänen Nachbarn“

    Einfach diese Zeile unter Google eingeben und auf den Abendblatt-Link drücken. Damit umgeht man den Leseblocker des Blattes.

    Viele Grüße

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    1. Hahaha, wie genial, ich muss den Artikel ergänzen. Was für Prädikatsjournalisten, das hat doch der kleine Nazi schon vor Tagen auf seinem Blog geschrieben, weil die frustrierten Mitarbeiter von Block das seit MONATEN von sich geben.

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  5. Ich hab mir heute morgen mal wieder Eure Durchfahrt und Hinterhof angeschaut. Torbogen war leer und im Hinterhof-Firmengebäude waren die Scheiben raus. Objekt vermutlich vorbereitet für die Abrissbirne.

    „Im Märzen der Eugen die Birne einspannt….
    …er bringt die Nachbarn in wütenden Brand…“

    Viele Grüße

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