Erkenntnis in der Hufnerstrasse

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung.

Ich weiß nicht, ob ihr es wusstet:

Ich bin gegen die Zuwanderung. Ich bin ratlos, wenn ich mir das ungeschickte Agieren unserer politischen Eliten angucke.

 

Walther hat die Probleme gelöst. Aber Walther bekommt man nicht an jeder Straßenecke.

Aber ich hatte in dieser Woche einen erheblichen Erkenntnisgewinn, den ich gerne teilen würde. Ich frage mich ja seit Monaten, warum der Bevölkerung diese Entwicklung im Land derartig scheißegal ist. Aus Beobachtung über meine eigene Peergroup (=Kameraden) hinaus habe ich folgende „Interessengruppen“ identifiziert.

  • Die jungen Leute / Studenten: Ich saß mit offenen Mund vor unseren Werkstudenten, als ich denen zum Thema Flüchtlinge zuhörte. Ich musste mich vergewissern, dass sie nicht einfach nur provozieren wollten – nein, sie meinten es ernst, als sie Deutschland als sehr reich bezeichneten und an unsere historische Pflicht erinnerten. Jeder hatte ein iPhone der neuesten Generation vor sich. Bei meiner Frage nach der Finanzierung und Auswirkung auf die Sozialsysteme brach die Aufmerksamkeit sofort ab. Und das sind keine schwulen Kunststudenten, die studieren BWL an der Uni Hamburg. Ehrliches Fazit: In jungen Jahren ist man naiv, denkt viel an Spaß, Sex und hat eine entsprechende lebensbejahende Grundeinstellung. Das wird noch dauern, die müssen erst aus dem Paradies der Jugend vertrieben werden.
  • Die Familienunternehmer: Haus, Job, Kinder, Sport, Konsum. Damit ist der Tag mehr als ausgefüllt und ab und zu geht auch noch von der Nacht etwas drauf, sei es wegen der Kotzerei der lieben Kleinen oder aber für ein seltenes Bier außerhalb des Familienunternehmens. So hörte ich mir die Klagen eines Kollegen an, der sich darüber beschwerte, dass der aktuelle 3er BMW für eine Familie mit zwei Kleinkindern einfach nicht geeignet ist und er jetzt wohl leider auf Audi wechseln muss. Flüchtlinge? Ja, da war was, es sollte mal eine Unterkunft in der Nähe des Eigenheims gebaut werden, das ist aber vom Tisch, was für ein Glück. Alternative Nachrichten jenseits der Massenmedien? Ein empörter Blick: „So viel Zeit wie du möchte ich auch mal haben, kein Wunder, dass du da auf dumme Gedanken kommst. Sieh‘ das Leben mal positiver, das wird schon alles wieder gut werden!“
  • Die Privilegierten: Deutlich sechsstelliges Einkommen. Lästige Arbeiten wie Haus- und Gartenarbeit sowie das Beischlafen und Belustigen der Ehefrau ist wegdelegiert worden, der Arbeitstag hat 14 Stunden, die eigenen Kinder sieht man täglich als gerahmtes Bild auf dem Schreibtisch. Beruflicher Erfolg und Umsatz sind Maß der Dinge, einfache Geschehnisse des Lebens wie Flüchtlinge sind Probleme der einfachen Bürger und Nazis. Bus und U-Bahn hat man das letzte Mal auf einem Betriebsausflug benutzt, unter Ausschluß der Öffentlichkeit versteht sich. Und jeden Tag kommt doch so ein Neger ins Büro und leert die Mülleimer, der ist doch völlig unauffällig.
  • Der Normale: Lebt als normaler Schuldsklave in einer Mietsbude, mit ausländischen Nachbarn, die total nett sind. Hat seit seinem 18. Lebensjahr ein eigenes Auto, heute stehen unten ein Alltagsauto und ein Spaßauto. Ist an Technik interessiert, daher stehen unter dem 50 Zoll Fernseher eine Playstation, eine Sonos-Anlage und das neue Philips Hue Beleuchtungssystem. Nur 60 Euro eine Glühbirne, aber die kann dann WLAN und macht das Zuhause zum Lieblingsort. Auf dem Macbook Pro sind zwischen den blinkenden Werbeanzeigen bei Spiegel Online die Berichte über Flüchtlinge sehr wohl zur Kenntnis genommen worden: Klar, die wollen auch ein gutes Leben, kann man das nicht verstehen? Und so ein einfaches Smartphone von Samsung kostet ja nicht mehr die Welt, muss ja nicht sofort das iPhone 10 für die sein.
  • Der Ausländer: Mich fuhr ein Taxifahrer in die Hufnerstraße, auch Nazis haben zu später Stunde Angst vorm schwarzen Mann. Den Fahrer mit Migrationshintergrund kurz nach der Lage der Nation gefragt, äußerte er einen sehr interessanten Gedanken: Seine Eltern sind als fleissige Arbeiter nach Deutschland gekommen. Er sei hier aufgewachen und habe nur Scheiße gebaut. Schule, Gesetz, Polizei, Mitbürger – er hat alle gefickt. Heute ist er Taxifahrer und muss für wenig viel arbeiten. Bei seinen Kindern achtet er jetzt sehr auf deren Schule und Ausbildung, er will ein besseres Leben für sie. Seine Prognose ist düster: „Die, die jetzt kommen, die werden meinen Weg gehen. Das wird sehr lange dauern, bis da Gutes herauskommt.“

Ob mit Walther oder ohne. Die Schmerzen werden zunehmen.

plakat011-weim-rep-gebt-dem-system-die-antwort-waehlt-H-1932Tja, und dann gibt es da noch… die Besorgten. Sie weisen seit Monaten auf die offensichtlichen Probleme und Gefahren hin, die jetzt nach und nach Realität werden. Wolfgang ist ein solches Beispiel: Fragt regelmäßig, ob die Menschen den Verstand verloren haben. Ein Freund fragt sich jeden Morgen, ob das alles nur ein Traum sei. Andere fangen das Trinken an oder werden depressiv und wieder andere suchen in dem jüngst erschienenen Buch „Mein Kampf“ nach Lösungswegen.

refugee-vergewaltigungUnterschlagen habe ich die Gutmenschen, die einfach ideologisch komplett verblendet sind. Früher habe ich die als Sozialromantiker hingenommen, heute sind solche Menschen für mich unerträglich. Ich habe eine langjährige Freundin verloren. Als lebenslange Mitarbeiterin in der Sozialindustrie reichte ihr schon mein ernstgemeinter Hinweis auf deutsche Güterzüge als bewährtes Transportmittel für Flüchtlinge zum kompletten Abbruch der Beziehung.

Fachkräfte, Kulturbereicherer, Rentenbeitragszahler. Immer mit neuen Turnschuhen.

Logische Konsequenz daraus: Wir machen weiter wie bisher. Niemand kommt aus seiner Komfortzone heraus. Daher ist es gut, wenn wir dieses Jahr so viele Flüchtlinge wie möglich bekommen. Für 60 Euro Beute wird einem heute schon mit einem Telekopsschlagstock auf dem Jungfernstieg der Schädel gespalten. Telefonierenden wird das Handy weggerissen. Angrabschen ist auch nach Silvester nicht aus der Mode gekommen. Die Straftaten werden immer primitiver, der Blick auf die Pressemitteilungen alleine der Hamburger Polizei sind eindeutig.

Unsere Gesellschaft braucht das. Passt auf euch auf.

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6 Gedanken zu “Erkenntnis in der Hufnerstrasse

  1. Hallo Anwohner51,

    ich durchlebe schwere Zeiten. Ursprünglich linksliberaler konsumverweigernder turnschuhtragender Pazifist, stark grün und sozial angehaucht. Vor mehreren Jahrzehnten selbständig gemacht, um gemeinsam mit meinen Kollegen so ne Art Piraten gegen das damals vorherrschende unternehmerische Establishment zu bilden. In den letzten Dekaden zog Routine und Beschaulichkeit in mein Revoluzzer-Dasein ein.

    Und nun bin ich angesichts der Flüchtlingslawine zum „besorgten Bürger“ mutiert, demonstriere mit der AfD und schreibe hemmungslos mit „Runenkrieger11“ und ähnlich „strammen Jungs“ auf eher rechten Seiten.

    Für meine Verhältnisse hab ich meine persönliche Komfortzone schon längst verlassen.

    Ich fühle mich mit dem Rücken an der Wand. Ich habe mit Sicherheitstechnik aufgerüstet. Stimme mich auf Gewalt und Selbstverteidigung ein. Ursprünglich eher unpolitisch beobachte ich zur Zeit sehr genau, was mit uns gemacht wird.

    Irgendwie macht mir meine persönliche Renitenz sogar Spaß. Es ist wie damals. So ne Art neuer Aufbruchstimmung. Wieder will uns jemand brutal unterdrücken. Und wieder verhärtet da was in meinem Rücken und macht sich mehr und mehr gerade. So ne Art allergischer Reflex.

    Leider brauch ich Zeit. Die gibt man mir aber nicht. Denn die Flüchtlingskrise hat eine Dynamik erreicht, mit der ich einfach noch nicht Schritt halten kann. Aber ich arbeite daran. Das sind innere Kämpfe, die ein Außenstehender nicht erkennen kann. Aber mit „Komfort“ hat das ganz gewiss nichts zu tun. Zumindest fühle ich mich zur Zeit sehr unkomfortabel.

    Viele Grüße und ein schönes WE

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    1. Interessanter Prozess, den du da beschreibst. Dann gehst du genau wie ich also auch davon aus, dass wir uns früher oder später an die etablierten Zustände GEWÖHNEN werden (müssen). Das mit der Sicherheitstechnik ist interessant, dazu wollte ich nämlich als nächstes etwas schreiben. Wenn man unser Gebäude schon derartig heftig einzäunt, dann sollte man mal nachdenken, wer hier vor wem geschützt werden soll…

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  2. Ja. Obwohl ich das weder geschrieben noch gemeint habe, können wir uns langfristig an die neue Folklore auf unseren Straßen gewöhnen. Menschen können sich an fast alles gewöhnen. Die Änderungen müssen nur genügend langsam und schleichend daherkommen. Aber dann gibts nach oben eigentlich keine Grenze in der Leidensfähigkeit.

    Sollte sich aber schlagartig was ändern, dann kann alles passieren. Bis hin zu Straßenkämpfen, Mord und Totschlag.

    Ich vermute, dass der aktuell losgetretene Prozess eher als schlagartig empfunden wird. Zumindest ich empfinde ihn so. Wenn auch andere so empfinden, dann wird die Toleranz im Volk sehr gering sein. Dann reicht schon irgendein kleiner Funke und der Mob setzt sich in Bewegung.

    Man kann eigentlich nur hoffen, dass es so kommt. Denn besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

    Viele Grüße

    P.S. ich hab gleich ein paar Telefonate auf der Liste. Angeblich soll irgendeine GKV gesagt haben, dass sie die Leistungen an die Einheimischen reduzieren wollen, weil sie sonst die von den Flüchtlingen verursachten Kosten nicht mehr stemmen können. Wenn ich das absichern kann, schreib ich heute noch nen Kommentar in „Krank in der Hufnerstraße“.

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