Krank in der Hufnerstrasse

Einige meiner Fragen hat jetzt nicht die Regierung, sondern Wolfgang beantwortet. Und er könne auch die richtig komplizierten Fragen beantworten: Na, dann mal zu.

dm51

Kann nicht nicht-explodieren. Eine DM-51 der Bundeswehr.

Mich interessieren keine nicht-explodierten aber gaaaanz gefährlich scharfe Handgranaten vor dem Kinderzimmer einer Zuwandererunterkunft. Oder sinnfreie Diskussionen über Schießbefehle. Ich will Antworten auf die Frage, wie die Infrastruktur und Finanzierung für die Aufnahme dieser Menschen aus primitiven Gesellschaften in dem Hochentwicklungsland Deutschland aussehen soll. Weil ich einer der Deppen bin, der morgens früh aufsteht, während man im Haus gegenüber noch in der Tiefschlafphase liegt und mir zum Dank ans Haus pisst.

Daher aufgemerkt, die nächste Frage. Es betrifft die Krankenversicherung.
Ich habe in 2015 eine Beitragserhöhung erhalten. Was komisch ist, denn ich bin gesund und gehe nur zur jährlichen Zahnkontrolle und alle zwei Jahre zur großen Hafenrundfahrt. Und was lese ich da Ende Januar 2016 in der Zeit?

zusatzsteigerung

Die Beiträge werden weiter steigen. Aber die Flüchtlinge sind kein Kostenproblem.

Man bereitet die Bürger auf weitere Beitragserhöhungen vor. Moment mal… was steht da?

Die Flüchtlinge sind kein Kostenproblem? Dann sind die Wehklagen ob der Kosten also nur primitive rechte Hetze von so pösen Purschen wie Wolfgang?

Gucken wir mal genauer hin, was der AOK-Chef sagt, wie wir es verstehen und was er wirklich meint. Die Frage der ZEIT lautete: „In vielen Kommunen, auch in Berlin, bekommen jetzt auch Flüchtlinge Gesundheitskarten. Treibt das nicht die Gesundheitsausgaben in die Höhe?“

Litsch: Nein. […] In Hamburg hat es im Jahr 1,6 Millionen Euro gespart, dass die Flüchtlinge die Gesundheitskarte bekommen haben.

Wir haben „gespart“?

5euroVorsichtig, nicht aufs Glatteis führen lassen! Wenn jetzt im Februar nur 3.000 statt 5.000 Flüchtlinge pro Tag über die leider unsicherbaren Grenzen kommen, dann haben wir uns auch nicht einen einzigen Flüchtling „erspart“. Ebenso hier: Man verkauft uns lediglich geringere Verwaltungskosten als Ersparnis, denn jetzt wickelt die AOK anstelle der Sozialbehörde die Abrechnungen ab. Und die können das besser, weil einfach mehr Erfahrung und passende Abrechnungssysteme.

Gucken wir noch genauer hin: Die Geundheitskosten von Otto Normalkrank betragen 4.000 EUR im Jahr. Bei den Flüchlingen handelt es sich überwiegend um junge und lendenstarke Männer, die selbst nicht viel zum Arzt gehen müssen (sondern andere dorthin schicken, hüstel). Legen wir also mal die Hälfte an Leistungen zugrunde, dann sind wir bei 2.000 Euro pro Jahr und Person. Bei 1.500.000 Kulturbereicherern in 2015 sind das 3 Mrd. EUR an zusätzlichen Kosten pro Jahr. PRO JAHR, ICH REDE VOM JAHR.

grenzen_zu-440x240Und den Herrn Litsch von der AOK freut das, weil er davon 5% als Kostendeckung in die Bücher der AOK verbucht (§ 264 SGB V [7]). Damit erreicht er schneller seinen Vorstandsbonus und kann früher mit der Familie in die USA auswandern, bevor die Große auf die Unität kommt… Aber ich schweife ab. Wo kommen also die jährlichen 3 Mrd. Euro für die in 2015 zugewanderten Fachkräfte her? Nicht vom Steuerzahler. Hat die Kanzlerin versprochen. „Definitiv keine Steuererhöhungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise“.

So, Wolfgang, den Bleistift gespitzt, hier kommt meine Frage:

merkel_02-pngWenn es wie von der Kanzlerin versprochen „definitiv“ keine Steuererhöhungen „im Zusammenhang“ mit Flüchtlingen gibt: Wie werden sich die Krankenversicherungsbeiträge entwickeln, um die Kosten für die Flüchtlinge zu decken? Und bitte eine Prognose über den Zeitraum von 5 Jahren, denn dann sind 50% der Flüchtlinge „in Arbeit“.

Und viel schlimmer als die 3 Mrd. Euro ist die Tatsache, DASS NIEMAND DIESE FRAGEN EHRLICH MIT UNS DISKUTIERT. Man lenkt uns ab mit Handgranaten, Fachkräften, Schießbefehlen und Dümmlichkeiten wie dieser hier:

Ich sage Ihnen ganz klar, der Mensch, der sich in Libyen in so ein Schlauchboot setzt, wird mit Sicherheit nicht daran denken, welchen Leistungsumfang er in Deutschland auf so einer Gesundheitskarte zu erwarten hat, also das sind zynische Argumente, die da ins Feld geführt werden.

duecker.in.haesslichWer sagt das, eine Sachverständige zum Thema Krankenversicherung? Ähhh, nein. Eine berufsbetroffene Politikerin der Grünen. An Jura gescheitert (trotzdem in der Vita erwähnt), in Sozialpädagogik diplomiert und nach der Jugendarbeit direkt in die Politik. Also nie gearbeitet und Beiträge erwirtschaftet.

(…und in diesem Beitrag sagt ein Flüchtling vor der Überfahrt mit dem Schlauchboot, was er sich insbesondere von Deutschland erhofft: Ihr kommt nicht drauf (0:24 Minuten). Hahaha, das kann man alles gar nicht erfinden.)

Und morgen gucken wir uns die Konsequenzen für die Arbeitslosenversicherung an (wird ’ne schnelle Nummer), übermorgen kommt dann die Rente dran. Das wird ekelig, alle Rentenbeitragszahler bitte Kotztüten bereit halten.

gruenejugend

Wenn es so weitergeht, wird sich Deutschland auflösen, also Wohlstand, Frieden und Sicherheit. Aber vielleicht werden die Deutschen genau wie die Schweden noch wach und aktiv. Dann klatscht es, liebe Grüne Jugend.

 

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7 Gedanken zu “Krank in der Hufnerstrasse

  1. Hallo Anwohner51,

    ein Flüchtling entzieht unserer Volkswirtschaft letztlich genau nur das, was er an Geld zu seiner Familie nach Hause schickt, schlimmstenfalls vielleicht € 300,–/Monat.

    Sämtliche sonst durch ihn verursachten Kosten verbleiben in unserer Volkswirtschaft! Das muss man erstmal verinnerlichen.

    Die Flüchtlinge sind also ein Hilfsmittel, mit dem zur Zeit die Umverteilung von Geld erzwungen wird. Hergeben müssen das Geld die Steuerzahler und Sparer und erhalten tut es letztlich die Wirtschaft.

    Zum Beispiel werden Deine bemängelten GKV-Zusatzkosten nicht vom Flüchtling weggezaubert, sondern Dein Geld geht durch ihn hindurch an Ärzte, Apotheken und in die Pharmaindustrie.

    Grundprinzipiell kann es also wirklich passieren, dass eine Wirtschaft (und damit auch die Anzahl der Arbeitsplätze) allein dadurch wächst, dass wir mehr Menschen im Land haben. Das verspricht uns die Politik. Und dafür brauchen die Neubürger nicht mal zu arbeiten.

    Verschweigen tut man uns aber, dass dies auf Kosten der Geldverdiener und Sparer geschieht. .Vielleicht haben die Linken und Grünen und deren Pressejünglinge das alles einfach noch nicht durchschaut, denn mir fehlt deren brüllender Aufschrei.

    Aber wie hätte die volkswirtschaftliche Industrie und deren lobbygesteuerten Politiker denn sonst an unser Geld kommen sollen? Freiwillig wollten wir es doch nicht geben. Nun werden wir wahrscheinlich ein zweites „Wirtschaftswunder“ erleben. Bezahlt von unseren gerade hochlaufenden Abgaben.

    Gut…ok… Dein Auto wirst Du Dir nach der Umverteilung nicht mehr leisten können und das Wohnen in Barmbek wird Dir auch zu teuer erscheinen. Aber irgendwas ist ja immer….

    Viele Grüße

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    1. Als Aktionär begrüße ich dieses Wirtschaftsprogramm, das ist sicher. Dann muss ich nur noch FDP wählen, damit die Gewinnbesteuerung nicht so hoch ausfällt. Leider verliere ich Einkommen und Rentenanspruch, aber das gleichen die Dividenden natürlich vollkommen aus. Dürfte hier in Barmbek jedem ähnlich gehen.

      Du hast einen Denkfehler: Steuern werden nicht erhöht, das ist versprochen. Von der Kanzlerin. In der BILD.

      Und mir fehlt noch die Antwort auf die zu erwartende Beitragserhöhung. Und während ich das schreibe habe ich Sorge, dass die geneigten Leser schon gar nicht mehr wissen, wovon wir hier eigentlich sprechen.

      Es ist wohl in der Tat hoffnungslos. Deutschland schafft sich ab.

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      1. Moin Anwohner51,

        ich hab keinen Denkfehler. Ich sprach einerseits vorsichtig von „Abgaben“ und zweitens war Merkels Steuerversprechen sowieso nur für 2015!

        Tatsache ist, dass das Wachstum der Bevölkerung und Wirtschaft bezahlt werden muss.

        Die Kosten sind enorm, denn es muss für eine Million Neubürger und deren nachziehende Familien jährlich (!!!) eine Stadt in der Größe von Berlin erschaffen werden. Mit Schulen, Verwaltungen, Polizei, Gerichten, Straßen, Ärzten, Geschäften, Nahverkehr, Strom, Wasser, Abwasser, Spielplätzen und haste-nicht-gesehen.

        Selbst wenn der Staat vieles davon erstmal auf Pump kaufen kann, so werden unsere Abgaben und Kosten explodieren. Deine Versicherungen sind nur ein kleiner Teil davon. Auch die Mieten werden steigen. Ebenso die Kosten für Lebensmittel, Klamotten, Benzin, Fahrkarten usw.

        Sag Du mir, was es kostet, wenn man jährlich eine Stadt wie Berlin erstellt. Diese Summe teilen wir dann durch 30 Millionen Steuerzahler und dann wissen wir, was Du in einem Jahr zusätzlich berappen musst.

        Viele Grüße

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  2. Die Kosten für 2016 sind mit 50 Milliarden wahrscheinlich noch zu niedrig angesetzt, so wie auch die Zahl der Flüchtlinge immer zu niedrig angegeben wurde. Es wird eher gegen 80-90 Milliarden gehen. Das ist mehr als bedauerlich, denn mit dem Geld hätte man auch Familien, Bildung, Bundeswehr Infrastrukturerneuerung usw. fördern/bezahlen können. Deutschland müsste sich eigentlich fit machen für die kommenden Herausforderungen (Industrie 4.0, Klimawandel usw.).
    Viel schlimmer wird aber der Schaden sein, den man nicht in Geld messen kann. Der Verlust an Sicherheit im öffentlichen Raum ist mit nichts zu kompensieren.

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    1. Hallo „Kosten, Kosten“,

      in 2015 sind angeblich 1,1 Millionen Flüchtlinge registriert worden. Dazu kommen die Untergetauchten mit geschätzten 0,3 Millionen und der schon längst angelaufene verheimlichte Familiennachzug von geschätzten 4 Millionen.

      Gehen wir also davon aus, dass wir allein aus 2015 mit rund 5 Millionen zusätzlich zu uns gekommenen Menschen rechnen müssen.

      Jedem von denen stehen monatlich rund € 1.000,– Stütze zu. In 12 Monaten und bei 5 Millionen Menschen sind das 60 Milliarden aus 2015. Und das nur für die Stütze. Zusätzlich müssen Wohnungen und Straßen gebaut und Ärzte, Lehrer und Polizei aufgestockt werden. Ob da 90 Milliarden wirklich reichen? Glaub ich zwar nicht, aber rechnen wir trotzdem mal mit dieser Zahl.

      Bei 30 Millionen Steuerzahlern kosten uns die o.a. jährlichen Flüchtlingszuwanderungen also jeweils € 3.000,– im Jahr und pro Steuerzahler. Zur Finanzierung kann man in gewissen Grenzen in anderen Bereichen sparen. Im Straßenbau, Schulen, Sozialbereich oder der Wissenschaftsförderung zum Beispiel. Und vermutlich wird der Staat neue Schulden machen, weil es sonst ja einen Aufstand der Steuerzahler gäbe.

      Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Irgendwann müssen die maroden Straßen sarniert werden. Und irgendwann müssen die Staats-Schulden mit Zinsen zurückgezahlt werden. Umsonst ist diese etwas groß geratene Gutmensch-Party nun mal nicht.

      Die Kosten-Kröte wird uns natürlich fein püriert serviert. Dann schlucken wir sie leichter. Hier steigen die Sozial- und Krankenversicherungskosten ein wenig. Dort unsere Mieten. Hier die Fahrkarten und Benzin- und Ölkosten. Dort die Rundfunkgebühren. Hier die Mehrwertsteuer. Dort die PKW- und LKW-Maut. Da sitzt in dieser Minute gerade ein ganzes Heer von eInfallsreichen hellen Köpfen an dunklen Tischen und denkt sich Einnahmequellen und Sparmöglichkeiten aus.

      Dann wird das arme Mütterlein jammern „ach Gott… es wird ja alles so teuer“ und kommt nicht so schnell auf die Idee, wer ihr diese Suppe eingebrockt hat.

      Viele Grüße

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      1. Sarrazin hat die Zahlen mal hochgerechnet. Sarrazin, das ist der Mann, der sich mit einem Buch über „Kopftuchmädchen“ gesellschaftlich ins Aus geschossen hat. „Wir müssen davon ausgehen, dass uns die Flüchtlinge bis zu ihrem natürlichen Ableben in – sagen wir – 60 Jahren finanziell erheblich belasten werden. Unter extrem zurückhaltenden Annahmen habe ich ausgerechnet, dass sich die finanzielle Belastung durch die Flüchtlingszuwanderung, insbesondere durch die Sozialausgaben, in den nächsten Jahrzehnten auf insgesamt 1,5 Billionen Euro belaufen wird. Das sprengt alle Vorstellungskraft und ist allenfalls mit den Belastungen der Deutschen Einheit vergleichbar.“

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  3. Ich möchte auf einen älteren Beitrag dieser Seite verweisen. Zitat von Varoufakis über ein Gespräch mit Schäuble (Stern 30.07.2015):“Diese Jahrhundertkrise ist zu gut, um sie ungenutzt verstreichen zu lassen. Ganz am Anfang sagte mir Schäuble, wir (Deutschland) könnten uns den Sozialstaat nicht mehr leisten. Insofern nutzen sie diese humanitäre Katastrophe schamlos aus. Dank dieser Krise können sie all die quälenden Dinge umsetzen – Gehaltskürzungen, Rentenkürzungen, Privatisierungen,… – für die ein Volk bei Wahlen nie stimmen würde.“

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