Leseempfehlung: América, ein Roman von T. C. Boyle

americaIch habe mal wieder eine Leseempfehlung, ihr wisst ja: Lesen gefährdet die Dummheit.

Es hat natürlich mit UNSEREM Thema zu tun: Einwanderung, Arm+Reich, Nettozahler und Nettoempfänger und was eine Gesellschaft sonst noch so ausmacht. Dieses Buch ist deprimierend, es hat auch kein Happy End – es ist aus dem wahren Leben, denn die Amerikaner haben ihre Erfahrungen mit (illegaler) Einwanderung und den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen gemacht. Kein Wunder, dass die US Thinktanks seit längerer Zeit von der „Migrationswaffe Einwanderung“ sprechen, die eine ganze Volkswirtschaft lähmen kann.

Zum Buch: Es geht um zwei Menschen: Der eine: begütert, glücklich verheiratet, toller Beruf. Der andere: arm, orientierungslos in einer ihm fast fremden Welt, werdender Vater eines Kindes, dem er nichts bieten können wird. Und trotzdem sind beide miteinander verbunden. Seit der Mexikaner Candido dem reichen Amerikaner Delaney vors Auto gelaufen ist, begegnen sie sich immer wieder. Doch das Leben beider neigt sich allmählich der endgültigen Katastrophe zu. Bis es jedoch soweit kommt, leuchtet T.C. Boyle in die Abgründe des amerikanischen Middle Class – Bürgers hinein, dessen vorgetäuschte Liberalität dort aufhört, wo sein Leben mit dem Elend des Illegalen zusammentrifft. Ein faszinierndes Buch. Von vorne bis hinten spannend, doch nichts für Leute, die seichte Unterhaltung mögen. Auf dem Karussel des Lebens ist nämlich kein Platz für Leute wie die Titelheldin America und ihren Mann Candido und am Ende bereuen sie bitterlich, ihr einfaches Dorf für das Spiel im Kasino Amerika verlassen zu haben.

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