Barmbek: Flüchtlinge + Juden = ?

Oh oh, was für ein Titel, da kommt aber ein schlimmes Wort drin vor! Da legen wir doch schon mal die Nazi-Rassismuskeule bereit…

aquamalfarben

Gestern noch im Krieg im Namen der Religion und heute  als Fachkraft in Deutschland. Na dann mal welcome.

Eine Besucherin sowohl dieser Seiten als auch der informationsfreien Anwohnerversammlung in einer evangelischen Kirche hat ihre Sorge/Angst in diesen Tagen zum Ausdruck gebracht. Untermauert hat sie das mit diesem Bild – ich habe keine Ahnung, ob das real ist und was der Text bedeutet, darauf kommt es aber auch nicht an.

Entscheidend ist, dass Mitmenschen in Barmbek aufgrund ihres jüdischen Glaubens wieder Angst haben müssen vor Aktivitäten, die in blinden und maßlosem Eifer von Deutschen ausgeführt werden, ohne Sinn und Verstand. Meine Großeltern haben ihren Großeltern Angst gemacht, zwei Generationen später passiert das erneut. Und entlarvend ist dieses, ich zitiere wie gesagt eine Barmbekerin jüdischen Glaubens:

Ich bin vergangene Woche auch als NAZI betitelt worden, weil ich Ihre Internetseite verteidigt habe. Was ist nur los?

Ich habe auch Angst. Vor eskalierender Gewalt und deutlichem Wohlstandsverlust. Wie lange muss ich noch warten, bis ihr alle wieder ein wenig runterkommt und mit dem NACHDENKEN beginnt?

Update 28.09.2015: Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sorgt sich wegen einer möglichen Zunahme von Antisemitismus durch Flüchtlinge aus dem arabischen Raum. „Die hiesigen Konflikte, etwa wie vergangenes Jahr während des Gazakrieges, möchte ich nicht noch einmal erleben. Das macht mir Sorge“, sagt Schuster in einem Interview mit der „taz“ .
Viele Menschen aus Syrien oder dem Irak seien in einem Lebensumfeld aufgewachsen, das von Israelfeindlichkeit und Judenhass geprägt sei. „Es ist eine große Aufgabe, diese Menschen hin zu den Werten zu bringen, die in Deutschland Bestand haben“, sagt Schuster.

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2 Gedanken zu “Barmbek: Flüchtlinge + Juden = ?

  1. Mir fällt auf, dass die, die kritische, nachdenklichere Haltungen gerne gleich mit „Nazi“-Rufen ersticken, mitunter tatsächlich wenig Argumente und auch wenig Wissen haben. Ich darf berichten von einem Ausflug in ein kleines Café am Wochenende. Wir saßen – tortenselig – in der Sonne, die Ruhe wurde nur durch das laute Gespräch am Nachbartisch gestört. Die – so würde ich schätzen – etwas mehr als mittelalte Dame fragte, was uns vor dem Hintergrund des demographischen Wandels Besseres geschehen könne, als nun dieses „Frischfleisch“ zu bekommen, und das dann auch gleich in Tausenderpaketen! „Frischfleisch“ – wie respektvoll. (Mehr sag ich dazu mal nicht.)

    Die Dame wusste aber nicht, wo die Außengrenzen der EU liegen, sie wusste ebenfalls nicht, was legale und was illegale Einwanderung kennzeichnet, vermutete jedoch, dass dies durch ein Gesetz geregelt sei.
    Ach ja, noch ein weiterer positiver Aspekt der Zuwanderung war aus ihrem Mund zu erfahren: Diversität schafft Kreativität. Das sei in jedem Designteam so. Die deutsche Gesellschaft als Designteam?! Hm.

    Die Dame mit der mädchenhaften Spange im Haar ist übrigens, das ergab das laute Gespräch, das zu ignorieren unmöglich war, ebenfalls, Professorin. Meine Begleitung erklärte mir, als wir schließlich gegangen waren, warum ihr Kuchen und Kaffee so schnell alle war: Sie habe dieses Geschwätz einfach nicht aushalten können …

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    1. Eine erfrischende Geschichte 🙂 Unabhängig davon, was die Professorin lehrt – sie ist keine Nettosteuerzahlerin, das darf in diesen Tagen nicht unterschlagen werden. Auch wenn wir körperlich heil aus der Nummer herauskommen: Zahlen wird das die breite Masse. Man stelle sich mal vor, wenn dieses Budget für die Förderung von Nachwuchs zur Verfügung gestanden hätte. Wurde nicht gerade erst deutlich gemacht, dass man den Kita-Frauen kein ausreichendes Einkommen zahlen könne..?

      Ich muss leider ziemlich viel arbeiten und komme zumeist sehr spät nach Hause. Wenn ich so gegen 22.30 Uhr auf dem Hbf in die S-Bahn steige und mich umgucke, dann fühle ich mich schon ziemlich fremd in diesem Land. Die Arbeitnehmer liegen im Bett und die „Nachschwärmer“ sprechen eine fremde Sprache – leider sind die dabei auch immer sehr lebhaft laut. Seit einiger Zeit denke ich dabei an den Kanzler-Spruch: Das ist nicht mehr mein Land.

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