Anwohnerinformation zum Flüchtlingsheim Hufnerstraße, Welcome-to-Barmbek – eine Farce.

Hamburg, 3.9.2015

Als Anwohner der Hufnerstraße 51 war ich natürlich auch bei der Informationsrunde in der Kirche zugegen. Und ich bin erschüttert. Über die Unprofessionalität der Stadt Hamburg, über das herrschende Chaos. Und über meine Mitmenschen. Ihr schreit „HEIL Hurra“ und duldet keine Gegenmeinungen. Das ist gefährlich.

Es gab NULL neue Informationen.

Die Menschen sind mitleidsbesoffen.

Eine von Einbruchdiebstählen betroffene Frau wird offen angefeindet, die wiederholten Anbiederungen Einzelner für Ehrenämter lautstark beklatscht, je dümmer und naiver, desto lauter der Applaus. Die Hintergründe für den Flüchtlingsansturm, die möglichen Auswirkungen auf Deutschland und Europa, interessierten niemanden. Unsere gleichgeschalteten Medien und unsere Jubelperser-Politiker scheinen da ganze Arbeit geleistet zu haben. Ich fand es, ehrlich gesagt, beängstigend wie leicht nicht nur die jungen Leute sich für eine Sache gewinnen ließen, von der sie offenkundig nicht besonders viel wussten. Es muss halt nur die „gute“, die „richtige“ Sache sein.

Die Doppelnamen-Vertreter der properierenden Sozialindustrie haben ihre große Stunde, jetzt stehen sie mit ihrer Arbeit endlich mal im Mittelpunkt und vorne auf der Bühne. Da verzeiht man auch die Unprofessionalität, wenn die Powerpoint-Präsentation auf einer viel zu kleinen Leinwand erfolgt und in steifen Behördensprech heruntergeleiert wird. Man beglückwünscht und bedankt sich gegenseitig, da wird schon die Vorstellung des Doppelnamens und Position in der Sozialindustrie lautstark beklatscht.

Erschreckend fand ich auch, wie sehr die Stadt auf private Initiativen wie welcome-to-barmbek setzt, die mit überholter Propaganda arbeiten: „Es kommen nur junge Männer zu uns, weil nur diese die Flucht überleben.“ Da empfehle ich mal die Lektüre der offiziellen Sprachvorgabe, denn diese Argumentation ist sogar schon von der Bundesregierung aufgegeben worden.

Und im Betreuungsschlüssel 1:80 sind nicht nur die „Schaffung von Akzeptanz- und Öffentlichkeitsarbeit“ enthalten, sondern auch der Aspekt „Sicherheit“. Na, wenn das mal ausreicht. Ich habe da meine Zweifel und werde berichten.

Aber ich glaube, mit dem Tipp des „persönlichen Kennenlernens zum Abbau von Ängsten und Vorurteilen“ werde ich vorsichtig umgehen. Da reichen mir die Erfahrungen, die andere gemacht haben.

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8 Gedanken zu “Anwohnerinformation zum Flüchtlingsheim Hufnerstraße, Welcome-to-Barmbek – eine Farce.

  1. Die Langenhornerin hat gar nicht behauptet, dass sie Opfer von Einbruchsdiebstählen geworden sei. Sie sagte, dass es dort seit letztem Jahr eine Unterkunft gibt. Sie sagte auch, dass es in Langenhorn zweihundert Einbruchsdelikte gegeben habe. In einem separaten Satz. Alles andere ist Interpretation.
    Nun ist es nicht zielführend, bei so einer Veranstaltung der Stadt lang und breit die Ursachen der Flüchtlingsbewegungen und ihre Folgen für die BRD zu erörtern – dem Einwendenden wurde da völlig zu Recht das Wort entzogen. Denn Fakt ist: Die Leute sind da. Über alles andere kann man zB im nächsten Wahlkampf streiten. Warum nicht einfach eine eigene Partei gründen, ein Programm aufstellen und KONSTRUKTIVE Vorschläge (oder was auch immer man dafür hält) für die Lösung der Probleme zur Diskussion stellen.
    Und aus persönlichem Interesse: Warum sind Sie gegen die Unterkunft? Haben Sie Wohneigentum erworben und fürchten um den Wiederverkaufswert?

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    1. Die Fragestellerin ist aus Barmbek und hat in Langenhorn ihre Gartenlaube. Sie sagte, dass seit der Eröffnung des Flüchtlingsheimes über 200 Einbrüche der Kolonie stattfanden – in der Tat hat sie keinen konkreten Eigenschaden genannt, aber bei 200 Schäden dürfte sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch geschädigt worden sein. Egal, was Sie davon jetzt als Interpretation oder Korinthen betrachten: Die Art und Weise des Umgangs mit dieser konstruktiven (!) Kritik ist schlimm: Aus den Sitzreihen hinter mir ging ein feiges „Nazi“-Gezischel in ihre Richtung. Und nein, die Frage der Dame wurde keineswegs beantwortet: Bekommen die Flüchtlinge eine Aufgabe? Oder geht das zu sehr in Richtung Reichsarbeitsdienst? Wir wissen es nicht, sie hat sich vor der Antwort gedrückt.

      Ich stimme zu, der Monolog des Bürgers über die Zuwanderung so ganz allgemein war fehl am Platze – genau wie die individuellen Hilfsangebote einzelner Bürger. Beide Seiten wollen sich eben mal dazu äußern, die eine ängstlich, die andere mitleidsbesoffen.

      Fakt ist, dass es zu keinem Zeitpunkt in diesem Land eine Diskussion darüber gab, ob wir Bürger das wollen. Und ob die Nettosteuerzahler das gerne bezahlen wollen. Weder die Bürger, noch das Parlament wurden gefragt. Das ist undemokratisch. Und natürlich kann man eine Partei gründen, aber dazu braucht man sehr viel Geld und vor allem Zeit – bis dahin sind Tatsachen geschaffen worden.

      Ich bin nicht gegen die Unterkunft, das haben Sie jetzt hineininterpretiert. Ich bin gegen die Art und Weise, dagegen, Herrn Block als Wohltäter darzustellen. Ich bin dafür, ausgewogener zu berichten und die Meinungsmanipulationen zu unterlassen. Anwohner anderer Heime haben massive Probleme mit Kriminalität, warum geht man nicht aktiv drauf ein? Was macht den Betreiber „fördern+wohnen“ so sicher, alles im Griff zu haben? Sie wissen nicht, WER dort in der Hufnerstraße WANN einzieht – aber sie wissen, dass es keine Probleme geben wird. Heute morgen berichtete der NDR, dass fördern+wohnen in Harburg komplett überfordert ist und in deren Einrichtungen katastrophale Zustände herrschen. In der Kirche klang die Vertreterin letzte Woche aber ganz anders, ich würde sagen, arrogant anders.

      Ich bin dafür, die Ängste der Bürger ernst zu nehmen und nicht von unseren „Eliten“ als Pack bezeichnet zu werden. Und wenn das Datum in Ihrer Email einen Rückschluß auf Ihr Alter zuläßt, dann will ich auch die Karte „Lebenserfahrung“ ziehen und die beschränkt sich nicht auf den Wertverlust einer Immobilie.

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  2. Na, hier geht es ja hoch her!

    Die Dame hat, ich habe dies auf der Veranstaltung mitgeschrieben, sehr wohl den Zusammenhang zwischen der Einrichtung der Unterkunft und den seitdem mehr als 200 Einbrüchen im Kleingartenverein hergestellt. Ob sie selbst betroffen war, weiß man nicht, das ist aber ja auch unerheblich, nicht? Denn sagen kann man wohl, dass 200x ein Hamburger Kleingärtner betroffen war. Ob es sich bei dem – von der Dame m.E. hergestellten – Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Unterkunftseinrichtung und den Einbrüchen um ein zufälliges zeitliches Zusammentreffen der Ereignisse handelt oder ob die Täter im Bereich der Unterkunft zu suchen sind oder ob gar jemand bewusst den Verdacht auf die Unterkunft lenken will – who knows. Der anwesende Vertreter der Polizei, der zur Reaktion gebeten wurde, stellte jedenfalls fest, dass in Barmbek seit Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften kein Anstieg von Kriminalität zu verzeichnen gewesen sei; zur Lage in Langenhorn konnte er selbstverständlich keine Auskunft geben. Ich empfand aber auch, dass der Beitrag dieser Dame weggebügelt wurde und unwillkommen war – und ich verstehe nicht, warum Ängste von Bürgern, die natürlicherweise (zzt.) vorhanden sind und in dem ein oder anderen Punkt ja vielleicht auch nicht ganz unberechtigt sein mögen, nicht ernst genommen werden. Aber diese Feststellung beruht nur auf einem subjektiven Eindruck, den ich auf der Veranstaltung gewann.

    Festzustellen ist, dass man noch nicht weiß, wer in die zuvor noch (nach äußerem Augenschein) maroden Hallen Eugen Blocks einziehen wird, die Nationalitäten unserer neuen Nachbarn sind noch nicht bekannt. Die Nationalitäten werden gemischt sein, es werden Familien und Alleinstehende sein. Auch Wohnungslose werden hier eine Unterkunft finden, diese werden allerdings nicht so stark vertreten sein, wie es sein sollte, so die Worte von Frau Nisch. Der technische Dienst ist auch Ansprechpartner für uns Nachbarn, z.B. wenn es um das äußere Erscheinungsbild der Anlage gehe: „Müll ist immer ein Thema.“

    Warten wir doch einfach ab, was in unserer Nachbarschaft passiert. Unweit meiner Arbeitsstelle ist auch eine Erstunterbringung, in den letzten Monaten gab es da keine Probleme, soweit ich weiß.

    Abgesehen davon rollt da etwas auf uns zu, was, so sagen manche, bereits außer Kontrolle geraten ist. Hier noch ein Link zu einem aktuellen Bericht auf Spiegel online:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/innenminister-warnen-vor-noch-mehr-fluechtlingen-a-1052575.html#js-article-comments-box-pager

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  3. Wie kommen Sie dazu mich unter meiner E-Mail Adresse anzuschreiben???

    Sie haben diesbezüglich KEIN Einverständis von meiner Seite – im Vorwege – erhalten.

    Sie haben meine E-Mail auf rechtswidrige Art und Weise verwendet, so dass ich Mittel und Wege gegen Sie prüfen lassen werde!

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    1. Die Emailadressen wurden mir doch von der Stadt Hamburg zur Verfügung gestellt. Sollte es sich hier um einen Rechtsverstoß handeln, befürworte ich ausdrücklich eine rechtliche Prüfung zur Wahrung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen, das ist sicherlich auch im Interesse der Stadt Hamburg. Bitte lassen Sie mir das Ergebnis dann nach Abschluß zukommen, ich werde darüber berichten.

      Und sonst so? Haben Sie auch noch Argumente? Oder verharren wir in der Gutmensch-Arschloch-Diskussion? Das machen wir in diesem Land der Dichter und Denker doch nun schon ein paar Wochen. Ich dachte, die Zuspitzung der Lage fördert ein wenig die Diskussionsbereitschaft über Fakten, wie ich sie hier gebracht habe. Muss wohl alles noch schlimmer werden.

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    2. Die expressis verbis EINMALIG Angeschriebenen sind ja ausdrücklich aufgefordert, hier munter mitzudiskutieren, eingeladen, ihre Sichtweise auf die Dinge kundzutun und einen konstruktiven Diskurs zu führen. DAS wird rundheraus abgelehnt?! In jedem Falle finde ich diese Reaktion überzogen, wenn ich – das muss ich allerdings sagen – auch ein wenig überrascht war, als ich den Inhalt dieses Blocks zur Kenntnis nahm, verbreitet er doch so eine ganz andere Stimmung, als die Veranstalter der Infoveranstaltung dies am 3.9.2015 taten. Interessant finde ich es trotzdem, die Beiträge hier zu lesen. Und … Gutmensch-Arschloch-Diskussion, das trifft es schon ein wenig, nicht? Wenn wir mal ganz ehrlich sind? Vielleicht ein klitzekleines Bisschen? Sobald jemand nur einen Hauch von Bedenken vorzutragen wagt – wumms, schon ist er ein Arschloch und in der rechten Ecke angesiedelt, und zwar ohne jeden Austausch. Da mag jeder überlegen, wie es um seine Toleranz wirklich bestellt ist. In 10 Jahren werden wir wissen, ob die Bedenkenträger mit ihren Warnungen richtig lagen oder die Hurrarufer, Ich werde das gern beobachten und lass mich überraschen.

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