Alleinreisende Flüchtlinge

…es soll ja noch bis zum Spätherbst dauern, bis die Unterkunft fertig ist, denn es gibt viel zu tun:

Auf 2.500 Quadratmetern werden jeweils 20-Quadratmeter-Zimmer eingerichtet, in denen vorwiegend Familien und alleinreisende Flüchtlinge untergebracht werden sollen. „Jeweils mehrere Bewohnerräume haben gemeinschaftlich zu nutzende Küchen sowie Dusch- und WC-Räume auf jeder Etage“, erläutert Katja Glahn, Sprecherin des Bezirks Hamburg-Nord.

Aber was sind denn „alleinreisende Flüchtlinge“? Das ist doch schon wieder so ein Neusprech, mit dem möglichst um den heißen Brei geredet werden soll. Seit wann „reisen“ die Flüchtlinge, ich dachte, die fliehen. Ich übersetze das mal mit „junge Männer“, das mag man aber nicht so gerne sagen, denn da werden die Anwohner schnell nervös. „Junge Männer“ aus Kulturkreisen, in denen Polygamie so normal ist wie das Recht des Stärkeren – die hat man nicht so gerne direkt im Hinterhof, wenn sich vorne die Töchter in kurzen Klamotten in Richtung Stadtpark oder Kiez aufmachen.

Warum junge Männer? Wo sind denn die Frauen und Kinder, sind die noch im Kriegsgebiet? Haben die jungen Männer sie zurückgelassen? In jeder halbwegs zivilisierten Gesellschaft heißt es bei Lebensgefahr “Frauen und Kinder zuerst”:

Laut dem Jahresbericht 2013 des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sind bis zu 75 Prozent aller nach Deutschland kommenden Asylbewerber männlich und im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Einen Grund dafür kann Johannes Freudewald, Sprecher des Landkreises Harburg, nicht nennen.

Aber wir werden es schaffen und die alle integrieren, auch die jungen Männer. Julia Rauner von der Initiative „Welcome to Barmbek“ hat praktische Erfahrungen, wie sie die jungen Männer beschäftigt und integriert:

„Wir haben […] viele positive und bereichernde Erfahrungen gesammelt mit Sportangeboten, Sprachkursen, einer Teestube und vielem mehr.“

Und hier in der Hufnerstraße gibt es so viel mehr:

„Sie werden mitten im Stadtteil leben, alles Wichtige in unmittelbarer Nähe haben, Einkaufsmöglichkeiten, Zinnschmelze, Stadtpark, gute ÖPNV-Anbindung und last but not least eine Bücherhalle. Wir sind gespannt auf unsere neuen Nachbarn.“

Ich muss zugeben, eine Bücherhalle würde mir den Aufenthalt in Syrien auch sehr verkürzen. Aber eines haben wir gemeinsam, liebe Julia – ich bin auch gespannt auf die neuen Nachbarn.

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