Arme Eigentümer…

In unserem Hinterhof befand sich früher das Lager von Glawe, dem Spielautomatenbetreiber. Irgendwann zogen die aus und es wurde still im Hinterhof, bis an den Wochenenden häufig Menschen mit einem Immobilienprospekt durch die Gegend wanderten. Ein Bauprojekt war geplant und so wurde im Barmbeker Hinterhof ein Betonkasten hochgezogen (das ist nicht abwertend gemeint, aber hübsche Architektur sieht anders aus).

Ich fand die Preise ziemlich überteuert, jedenfalls für eine Hinterhofwohnung mit Blick auf Hauswände. Heute leben einige Familien dort, die Tiefgarage kann vom Auto aus geöffnet werden und in der Zufahrt steht der Zugang-verboten-Hinweis auf das Privatgrundstück – der normale Spießertraum in einer Großstadt halt, Windeln und/oder Kindertraining, Leasing- und Hypothekenraten und dem normalen Hamsterrad im täglichen Job…

Ihr tut mir Leid, liebe Nachbarn. Nein, nicht wegen dieser Spießerkiste… wegen der jungen Kinder und des hochpreisigen Eigentums. Immobilien sind leider ziemlich unbeweglich und glaubt ihr wirklich daran, dass das Flüchtlingsheim in 2 Jahren wieder verschwunden ist?

Ein sehr schöner Leserbrief dazu auf Zeit Online:

„Die unmittelbaren (!) Anwohner sind allerdings unabhängig von ihrer Einstellung gekniffen. Sie haben egal in welcher Gegend eine Wertminderung von minimal 25 Prozent. Und bevor jetzt alle lästern: Einfach mal überlegen, wie ihr selbst reagieren würdet, wenn eure finanzierte Immobilie anstatt 400.000 nur noch 300.000 wert ist – man aber noch 360.000 abbezahlen muss.

Der Wertverlust ergibt sich übrigens, weil niemand – auch die Foristen hier nicht – den gleichen Preis mit Unterkunft in der unmittelbaren Nachbarschaft zahlen würde, wie ohne. Wenn es ums Geld geht, gibt es keine migrantenfreundlichen Käufer. Das hört sich jetzt böse an, ist aber nur eine Feststellung.“

Und was sagen die Gutmenschen von www.welcome-to-barmbek.de dazu?

Manche Anwohner sagen: Wir wollen kein Flüchtlingsheim, weil unser Haus dann an Wert verliert.
Richtig ist: Wohnungen für Flüchtlinge machen es allen Seiten leichter.

Sie sagen… nichts. Sie faseln, haben keine Argumente und offensichtlich keinen ökonomischen Verstand.

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